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Antibiotika-Resistenz

Antibiotika-Einsatz in der Landwirtschaft fördert Tierleid

Die Massentierhaltung hat eine neue Dimension erreicht. Um möglichst viele Tiere auf möglichst wenig Platz mit möglichst geringem Aufwand halten zu können, werden den Tieren flächendeckend Antibiotika verabreicht.

Warum? In einem Stall mit 2.000 Schweinen ist es fast unmöglich, ein krankes Tier zu identifizieren und zu behandeln. Gründe für Entzündungen und Infektionen gibt es aber viele: Bein- und Klauenverletzungen durch Spaltenböden ohne Einstreu, gegenseitige Verletzungen aufgrund von Platzmangel und Beschäftigungslosigkeit sowie das geschwächte Immunsystem von Jungtieren, die zu früh von ihren Müttern getrennt wurden.

Kurz gesagt: Der massive Einsatz von Antibiotika erlaubt Haltungsformen, die für die Tiere unzumutbar sind und großes Leid verursachen. In weiterer Folge hat dies auch eklatante Auswirkungen auf uns Menschen.

Innerhalb der EU wird aktuell ein Tierarzneimittel-Verordnungspaket diskutiert, das den Einsatz von Antibiotika drastisch reduzieren könnte!

Setzen wir den ersten Schritt gegen diese perverse Form der Tierhaltung: Fordern wir gemeinsam von unseren EU-Abgeordneten, den systemisch falschen Einsatz von Antibiotika zu stoppen!

„Die Zukunft liegt also in Freilandhaltung, Hygiene im Stall sowie der Förderung von Biolabels und regionalen Produkten.“

Kurth Frühwirth, Präsident der Tierärztekammer

Jetzt Petition unterzeichnen!

Fordern wir gemeinsam von unseren EU-Abgeordneten, die Bedrohung für unsere Umwelt und unsere Gesundheitsversorgung zu stoppen!

* Pflichtfelder. Der Petitionstext im Wortlaut. Durch das Abschicken des Formulars erlauben Sie Greenpeace, Sie zu kontaktieren. Wir achten auf Ihre Privatsphäre, näheres finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Petitiontext

Antibiotika-Resistenz

Sehr geehrte Mitglieder des Europäischen Parlaments,

Antibiotika sind unverzichtbare Medikamente für die menschliche Gesundheit, aber auch für die Tiermedizin. Der übermäßige und falsche Einsatz von Antibiotika führt jedoch zu einer immer größeren Zahl an resistenten Keimen und gefährdet die Wirksamkeit dieser wichtigen Medikamente. Intensive Haltungsbedingungen und zu hohe Bestandsdichten machen eine gezielte Behandlung erkrankter Tiere kaum möglich. Das Ergebnis: Heute werden bereits mehr Antibiotika an gesunde Tiere in der Agrarindustrie verabreicht als an kranke Menschen.

In der Europäischen Union sterben nach Schätzungen der europäischen Gesundheitsdienste ECDC/EMEA offiziell jedes Jahr rund 25.000 Menschen an den Folgen von Antibiotika-Resistenzen, die Dunkelziffer wird allerdings weit höher geschätzt. „Dies ist ein globales, gesellschaftspolitisches Gesundheitsthema, das die menschliche Gesundheit, unsere Nahrungsversorgung und die Gesundheit von Milliarden von Tieren gefährdet.“ (WHO)

Bitte handeln Sie jetzt! Das vorliegende Tierarzneimittelpaket muss dringend nachgebessert werden. Wir fordern:

  1. Antibiotika gezielt nur zur Behandlung kranker Tiere einsetzen
    Vollständiges Verbot des vorbeugenden Einsatzes und Ausstieg aus dem flächendeckenden (metaphylaktischen) Einsatz von Antibiotika. Konkrete Zielsetzung und Zeitplan für die Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in der Landwirtschaft.
  2. Ausstieg aus dem Einsatz von Reserveantibiotika in der Tierhaltung
    Beschränkung der Nutzung von Reserveantibiotika in der Landwirtschaft auf begründete Einzelfälle.
  3. Kein Handel mit Tierarzneimitteln über das Internet
    Verschreibungspflichtige Tierarzneimittel, insbesondere Antibiotika, dürfen nicht dem Internethandel zugänglich gemacht werden.
  4. Schlupflöcher schließen und Anreize vermindern
    Schließung der im Verordnungsentwurf enthaltenen Schlupflöcher wie das dezentrale Zulassungsverfahren und die gegenseitige Anerkennung sowie Anreize für den Einsatz von Antibiotika vermindern, z.B. betreffend Werbung oder Rabatte.

Mit freundlichen Grüßen,


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Ziel: 30.000