Umweltschutz Header Image

Antibiotika-Resistenz

Antibiotikarückstände in Böden, Gemüse und Wasser

Das Maß an Antibiotika in der Umwelt ist voll! Der intensive Einsatz von Antibiotika hat dazu geführt, dass selbst in unseren Böden bereits Antibiotikarückstände gefunden wurden. Dies stört natürliche Bakteriengemeinschaften und treibt die Entwicklung resistenter Keime (i) voran.

Wodurch gelangen Antibiotika in unsere Umwelt?

  • Durch den intensiven Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin (i). Über das Abwasser der Krankenhäuser gelangen Antibiotikarückstände in die Kläranlagen, wo sie auch Bakterien abtöten, die für die Reinigung des Wassers wichtig sind.
  • Durch die flächendeckende Verabreichung von Antibiotika in der konventionellen Tierzucht (i). Bis zu 90 Prozent der Antibiotika-Wirkstoffe werden von den Tieren direkt wieder ausgeschieden. Über die ausgebrachte Gülle gelangen die Rückstände dann in den Boden, in unser Getreide und Gemüse und schlussendlich in unser Grundwasser.

Wir müssen jetzt handeln: Nicht nur unsere Umwelt ist in Gefahr, die rasche Entwicklung multiresistenter Keime bedroht uns Menschen. Die EU spricht bereits von jährlich mehr als 25.000 Todesfällen, die auf Antibiotika-Resistenzen zurückzuführen sind. Ergreifen wir deshalb jetzt die Chance: Aktuell diskutiert die EU ein Tierarzneimittel-Verordnungspaket, das den Einsatz von Antibiotika drastisch reduzieren könnte!

Fordern wir gemeinsam von unseren EU-Abgeordneten, die Bedrohung für unsere Umwelt und unsere Gesundheit zu stoppen!

„In Österreich werden jährlich 45 Tonnen Antibiotika in der Humanmedizin und 55 Tonnen Antibiotika in der Tierhaltung eingesetzt.“

Nationaler Aktionsplan zur Antibiotikaresistenz

Jetzt Petition unterzeichnen!

* Pflichtfelder. Der Petitionstext im Wortlaut. Durch das Abschicken des Formulars erlauben Sie Greenpeace, Sie zu kontaktieren. Wir achten auf Ihre Privatsphäre, näheres finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Petitiontext

Sehr geehrte Mitglieder des Europäischen Parlaments,

Antibiotika sind unverzichtbare Medikamente für die menschliche Gesundheit, aber auch für die Tiermedizin. Der übermäßige und falsche Einsatz von Antibiotika führt jedoch zu einer immer größeren Zahl an resistenten Keimen und gefährdet die Wirksamkeit dieser wichtigen Medikamente. Intensive Haltungsbedingungen und zu hohe Bestandsdichten machen eine gezielte Behandlung erkrankter Tiere kaum möglich. Das Ergebnis: Heute werden bereits mehr Antibiotika an gesunde Tiere in der Agrarindustrie verabreicht als an kranke Menschen.

In der Europäischen Union sterben nach Schätzungen der europäischen Gesundheitsdienste ECDC/EMEA offiziell jedes Jahr rund 25.000 Menschen an den Folgen von Antibiotika-Resistenzen, die Dunkelziffer wird allerdings weit höher geschätzt. „Dies ist ein globales, gesellschaftspolitisches Gesundheitsthema, das die menschliche Gesundheit, unsere Nahrungsversorgung und die Gesundheit von Milliarden von Tieren gefährdet.“ (WHO)

Bitte handeln Sie jetzt! Das vorliegende Tierarzneimittelpaket muss dringend nachgebessert werden. Wir fordern:

  1. Antibiotika gezielt nur zur Behandlung kranker Tiere einsetzen
    Vollständiges Verbot des vorbeugenden Einsatzes und Ausstieg aus dem flächendeckenden (metaphylaktischen) Einsatz von Antibiotika. Konkrete Zielsetzung und Zeitplan für die Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in der Landwirtschaft.
  2. Ausstieg aus dem Einsatz von Reserveantibiotika in der Tierhaltung
    Beschränkung der Nutzung von Reserveantibiotika in der Landwirtschaft auf begründete Einzelfälle.
  3. Kein Handel mit Tierarzneimitteln über das Internet
    Verschreibungspflichtige Tierarzneimittel, insbesondere Antibiotika, dürfen nicht dem Internethandel zugänglich gemacht werden.
  4. Schlupflöcher schließen und Anreize vermindern
    Schließung der im Verordnungsentwurf enthaltenen Schlupflöcher wie das dezentrale Zulassungsverfahren und die gegenseitige Anerkennung sowie Anreize für den Einsatz von Antibiotika vermindern, z.B. betreffend Werbung oder Rabatte.

Mit freundlichen Grüßen,


Zur Kampagne

21.214
Ziel: 30.000